Bültenlere Dön

 

 

 

SILBER-PRÄGUNGEN SULAIMAN I VON MISR

 

 

Ertekin YENİSEY-Rolf EHLERT

 

Während der Regierungszeit Sulaiman Kanuni 926-974 AH/1520-1566 AD wurden in Ägypten 3 Silber-Nominale geprägt. Es sind bekannt:

 

- Aktche bzw. 1/2 Maydin

- Maydin (Nisf) und

- Dirham

 

Die prägeortbezeichnung war Misr, wobei mindestens bis 932 die Präposition “bi” vor Misr gesetzt wurde.

 

In den ersten Jahren wurde nach mamlukischer Tradition mit laufender Jahresbezeichnung geprägt. Ab Mitte der 940 AH er prägte man nach osmanischen Brauch mit dem Gulus-Jahr, d.i. 926 AH. Sulaiman kam am 15 Schawwal 926, (d.i. der 10 Monat) an die Regierung. Es ist kaum wahrscheinlich, daß Münzen mit dem laufenden Regierungsjahr 926 geprägt wurden, da seine Thronbesteigung erst am 20 Dhu l-qa’da 926 (d.i. der 11 Monat) in Kairo verlesen wurde.

 

Ibn Iyas hat eine Chronik [1] Ägyptens verfaßt, die von den Pharaonen bis 928 AH reicht. Von großer Lebendigkeit und für uns von besonderem Interesse sind die Teile, die er als Zeitzeuge berichtet. Es ist die Zeit vom Ende der Mamlukenherrschaft bis nach der Eroberung durch den osmanischen Sultan Selim I. Er gibt viele Hinweise, die das Münzwesen jener Zeit betreffen .

 

So berichtet er immer wieder von stark schwankenden Wechselkursen zw. Gold/Silber und Silber/Kupfer.

 

Der zu dieser Zeit gebräuchliche Wechselkurs Gold/Silber von 1:10 [2] ist in Ägypten nicht nachvollziehbar.

 

Ursachen hierfür sind:

 

- Silbergeld-Knappheit

- Festsetzung durch die osm. Obrigkeit (Militär)

- Beeinflussung der “Marktleitung” (Interessenverbände)

 

Der nachfolgende Artikel wurde während des ONS-Treffens 1993 in Tübingen vorgetragen. Die dort gewonnenen Erfahrungen sowie nue Münz funde sind mit Stand 04.96 eingearbeitet.

 

Die Münzzeichnungen sind im Maßstab 1,2:1; die Fotos sind 1:1 abgebildet.

 

 

AKTCHE (1/2 Maydin)

 

Die Aktche, die gängigste Silbermünze des osmanischen. Reiches ist aus der zeitgenössischen Literatur für Ägypten u.W. nicht belegt.

 

Ibn Iyas notiert [3] folgende Wechselkurse:

 

- Dinar des Sulaiman=65 “neue” Nisf.

 

Diese Angabe ließe sich mit der Gold-Silber-Relation 1:10 zu einer Silbermünze mit einem Gewicht von 0.55 gr. umrechnen, was einem Aktche bzw. 1/2 Nisf entsprechen würde. Bei dieser Angabe handelt es sich jedoch um einen Schreibfehler bei Ibn Iyas, da er an anderer Stelle diese Weshselkurse mit “alten” Nisf angibt [4], deren Kurswert nicht marktbestimmt, sondern gesetzt waren.

 

Es sind jedoch 3 münzen bekannt, die nach Gewicht (0,55-0,61 gr.) und dem von den ganzen Maydin unterschiedlichen Aussehen aber Aktche oder wahrscheinlicher 1/2 Maydin sein dürften.

 

Die Aktche aus der Anfangszeit Sulaiman I haben ein Durchschnitts von 0,69 gr. [5]. Wegen der geringen Zahl vorhandener Münzen aus Äpypten kann nur eine vorläufige Einschätzung vorgenommen werden. Es ist wahrscheinlich, daß diese Münzen als 1/2 Maydin geprägt warden. Sie wären damit kompatibel zu den ganzen Maydin und erklärten auch ihr Untergewicht gegenüber den Aktche. Trotzdem liefen diese Münzen im Reich als Aktche um, denn zumindest zwei der 3 bekannten Stücke stammen aus Aktche-Funden aus der Türkei.

 

Die Osmanen versuchten jedoch vergeblich, den im Reich üblichen Aktche Standard einzuführen. Er wurde vom Handel nicht akzeptiert. Doch erst Ibrahim Pasha, der 931 nach Ägypten geschickt wurde, um für Rect und Ordnung zu sorgen, ließ die Aktche einziehen [6].

 

So fanden sich in einem Fund von ca. 400 Münzen, die nach 1012 in Ägypten vergraben wurden und 1992 in den Handel kamen, lediglich 3 Aktche aus anatolischen Prägeorten.

 

Muhammad III führte wahrscheinlich erst Ende seiner Regierung den Aktche wieder ein. Verbreitung fanden jedoch erst die unter Ahmad I. geprägten Aktche mit den beiden verbundenen Glücksknoten über dem Prägeort.

 

Die erste Erwähnung eines Aktche aus der Zeit Sulaiman I. findet sich in der Bestandsliste der Universität Tübingen mit dem Gulus-Jahr 926. Ein Aktche mit dem Jahr 928 ist im Newsletter 134 der ONS veröffentlicht.

 

 

926 AH

A1/928

 

Sultan Sulaiman Sah bin Selim Han

Azza Nasruhu Duriba bi-Misr sanah 926

 

JE 700, 0.622 gr., 10 mm., photo; zeichnung

Ö.D., 0.55 gr., 10 mm.; s.a. ONS Newsl. 134

 

 

926 AH

A2/926

 

 (Sultan Sulaiman Sah) bin Selim Han

(Azza Nasruhu) Duriba Misr sanah 926

 

Tüb DF2D6, 0.59 gr., 10 mm., photo

 

 

MAYDIN (Nisf)

 

Die gebräuchlichste Silbermünze des Mamlukenreiches war der Maydin, der von den Europäern “Medino” von den Ägyptern selbst “Nis Fiddah” genannt wurde [7].

 

Ibn Iyas spricht spricht in seiner Chronik durchweg von “Nisf”. Offizielle Angaben der Pforte, die Ägypten betrafen, wurden in Para gemacht, obwohl der Para in Konstantinopel erst unter Murad IV. 1043 eingeführt wurde. Größere Geldmengen wurden im 17. JHdt in “Kise-i Misrie” (Ägyptische Beutel) zu 25.000 Stück Para angegeben.

 

Der unter Sultan Al-Mu’ayyad Shaykh 818 AH/1415 AD im Gewicht zu 2,6 gr. [8] eingeführte Dirham war das Ausgangsnominal für den später überwiegend gebräuchlichen Halb-Dirham oder Maydin, der mit 1,2-1,3 gr. ausgeprägt wurde. Er wurde unter den Osmanen nach der Eroberung des Mamluken-Reiches weitergeprägt. Die zu dieser Zeit kursierenden maml. Maydin stellten noch lange das Hauptzahlungsmittel dar. Sie fanden sich noch in dem bereits oben erwähnten Schatz, der nach 1012 AH in Ägypten vergrabenen worden war.

 

Unter dem I. osm. Pascha von Ägypten, Hayr Beg, wurden Maydin geprägt, die dem Gewicht der mamlukischen Maydin zum Ende ihrer Herrschaft entsprachen. Bereits unter dem maml. Sultan Kansu al-Gurdji war das Gewicht auf ca. 0,9 gr. abgesunken.

 

Die noch während der Regierungszeit Selim I geprägten Maydin entsprachen diesem Gewicht. Ihr Durchschnittsgewicht war 0,9 gr. [9]. Sie waren somit den “alten” maml. Maydin gleichwertig (gleicher Silbergehalt unterstellt !). Unter Sulaiman kehrte man zu dem klassischen Gewicht von ca. 1,2 gr. zurück.

 

Ibn Iyas berichtet, daß 928 AH neue Nisf geprägt wurden. Per Erlaß wurden 2 1/4 alte Nisf 1 neuen Nisf gleichgesetzt [10, 11].

 

Er gibt weitere Relationen an:

 

- Dinar des Selim SYMBOL 187 \f "Symbol" 40 alte Nisf  SYMBOL 187 \f "Symbol" 16 neue Nisf (2,5:1)

- Dinar des Sulaiman SYMBOL 187 \f "Symbol" 65 alte Nisf  SYMBOL 187 \f "Symbol" 25 neue Nisf (2,6:1)

- 2 1/4 alte Nisf       SYMBOL 187 \f "Symbol" 1 neuer Nisf des Sulaiman (2,25:1)

 

Die Silber-Rohgewichts-Relation der Maydin beträgt nur 1,6:1. Die alten Gold-u. Silbermünzen wurden demnach zw. 30 % u. 40 % unterbewertet. Der Kurswert von 25 neuen Maydin für einen Ashrafi von Sulaiman stellt eine Überbewertung des Maydin dar, die jedoch durch die bereits o.g. Silber-Münzknappheit erklärt werden kann. Die bereits 927 AH begonnene Münzreform, nach der Ashrafi und Fulus geprägt wurden, wurde 928 AH mit der Ausprägung von Maydin fortgesetzt. Wie bei den Goldmünzen wurden auch die Maydin anfänglich mit laufender Jahresbezeichnung geprägt.

 

Die ersten Maydin mit den Jahrgängen 931-935 AH und 937 AH wurden in dem Katalog “Fonrobert” [12] 1878 AD veröffentlicht. Weitere finden sich in der Schriftenreihe Teil der Yapı ve Kredi Bankası [13].

 

Der überwiegende Teil der nachfolgend aufgeführten Maydin wurde in letzter Zeit im Yemen gefunden und gelangte anch der Öffung 1984 in den Münzhandel.

 

 

MAYDIN, 928 AH

 

Das erste bekannte Jahr, in dem Maydin geprägt wurden, ist 928. Das auf beiden Seiten angebrachte Beizeichen ist der dreifache (?). Glücksknoten, wie er auch auf den Ashrafi 927 AH verwendet wurde.

 

Stempelähnliche Maydin mit 926 AH (jedoch ohne “fi”) wurden auch in Amid (I.A.K.49), Halab (I.A.K.119; Slg B.E.), Jazair (I.A.K.82) und als Aktche in San’a (RJE1160) geprägt.

 

M1/928

 

Sultan Sulaiman Sah bin Selim Sah

Azza Nasruhu duriba bi-Misr fi sanah 928

 

Die gleichzeitige Verwendung von “bi” vor dem Prägeort sowie “fi” vor sanah ist bei osmanischen Münzen ungewöhnlich.

 

HW, 13,8 gr., 13,8-13,9 mm., photo

RJE, 1,104 gr, 14-15 mm., zeichnung

IAK 167, 1,15 gr., 16 mm.

BE, ? gr., 14-16 mm.

Tüb DF2D1, 1,21 gr., 15,5 mm.

 

 

M2/929

 

DN, 1,177 gr., 14-15 mm., zeichnung.

 

 

 

M3/929

 

Die maydin von 929 AH haben als Beizeichen auf der RV-Seite den doppelten Glücksknoten, wie er auch auf stempel ähnlichen Stücken der Aktche von San’a 926 AH vorkommt. (I. Artuk-Festschrift, p. 259, fig. 9).

 

Sultan Sulaiman Sah bin Selim Sah

Azza nasrahu duriba bi-Misr sanah 929

 

Diese Aufschriften werden bis 932 beibehalten.

RJE 905, 1,216 gr., 15-16 mm., photo, zeichnung

Tüb 90-38-21, ? gr., 17 mm.

DN 1, 1,129 gr., 15-16 mm.

 

 

MAYDIN, 930 AH

 

In 930 AH brach eine Revolte unter Ahmad Pasha aus, bei der sich die Osmanen zeitweise nur in der Zitadelle von Kairo halten konnten. Ahmad ließ die Hutba auf sich verlesen und (noch nicht aufgefundene) Münzen in seinem Namen prägen.

 

Bei den nchfolgenden Münzen des Types M 4.x ist die Lesung der Jahreszhal ist problematisch. Die “0” der Jahreszahl 930 kommt in 3 versch. Schreibweisen vor:

 

(•) kleiner Pkt., ( SYMBOL 183\f "Symbol" ) großer Pkt   und ( SYMBOL 161\f "Wingdings" ) großer Kreis

 

Der kleine Punkt ist für einen Onluk 930 AH Konstantinie (IAK 15), der große Punkt für einen Altin von Misr 930 AH belegt [14]. Auch der große Kreis wird als “0” gelesen. Dieser Kreis wird 950 AH noch auf einem Aktche von Zabid verwendet (Bülten 26). Die “5” wird zu dieser Zeit als “Brezel” [15] geschrieben wird. Dies ist bei dem Altin Misr 935 AH und den Aktche von Zabid bis 958 AH zu sehen (Bülten 26).

 

 

M 4.1/930

 

Bz AV: “große Gräser”, RV-Typ: kleiner Punkt

DN 2, 1,206 gr., 13-15 mm.

 

 

M 4.2/930

 

 

Bz AV: “große Gräser”, RV-Typ: großer Punkt

DN 3, 1,192 gr., 13-14 mm., zeichnung

 

 

M 4.3/930

 

 

Bz AV: “große Gräser”, RV-Typ: großer Kreis

HW, 1,239 gr., 13,1-17,6 mm., photo, zeichnung

 

 

M 5/930

 

 

Bz AV: “3 punkte an Stelle der “Gräser”, RV-Typ: großer Kreis. (wie M 4.3/930)

DN 4, 1,178 gr., 13-16 mm., zeichnung

 

 

M 6/930

 

 

Beizeichen RV: Stern im “ba” von duriba, AV: Leitertyp.

 

Dieser AV-Typ wird auch auf den Buqsha von Zabid verwendet; siehe I. Artuk-Festschrift p. 260. fig. 18.

 

HW, 1,163 gr., 14.5-15.5 mm.

RJE 802, 1,178 gr., 14-16 mm.

DN 6, 1,113 gr., 14-16 mm.

DN 7, 1,149 gr., 12-14 mm.

 

(var. 3 punkte unter “ba” von duriba).

 

 

M 7/930

 

 

Beizeichen RV: 3 Punkte im “ba” von duriba, AV: Leitertyp. (idealisierte Zeichn.)

 

RJE 1154, 1,188 gr., 14-15 mm. zeichnung

DN 8, 1,181 gr., 13-14 mm.

DN 9, 1,14 gr., 13-14 mm.

 

 

M 8/930

 

 

Beizeichen RV: im “ba” von duriba, AV: Leitertyp. (idealisierte Zeichn.)

RJE 1307, 1,178 gr., 15 mm., zeichnung

DN 10, 1,239 gr., 12-14 mm.

 

 

M 8a/930

 

 

Beizeichen RV: im “ba” von duriba, AV: Leitertyp. (idealisierte Zeichn.)

DIN 11, 1,176 gr., 15 mm., zeichnung

 

 

MAYDIN, 931 AH

 

M 9/931

 

Beizeichen RV: Stern im “ba” von duriba. (wie M4), AV: Leitertyp

DN 12, 1,152 gr., 14-17 mm.

 

 

M 10/931

 

Beizeichen RV: 3 Pkte im “ba” v. duriba (wie M5), AV: Leitertyp

DN 13, 1,174 gr., 14-15 mm.

 

 

M 11/931

 

 

Beizeichen RV: “Moschee-Ampel?” zw. “Azza” und “Duriba”, AV: Leitertyp

RJE 1611, 1,180 gr., 15 mm., zeichnung

 

 

M 12/931

 

 

Beizeichen RV: Stern zw. “Azza” und “Duriba”, AV: Stern in Zentrum

RJE 803, 1,191 gr., 14-15 mm., photo, zeichnung

HW, 1,215 gr., 13-14 mm.

DN 15, 1,153 gr., 15-18 mm.

DN 16, 1,132 gr., 15-17 mm.

 

 

MAYDIN, 932 AH

 

 

Beizeichen RV: Stern zw. “Azza” und “Duriba”, AV: Stern in Zentrum

RJE 798, 1,182 gr., 15 mm. photo, zeichnung

DN 19, 1,160 gr., 13-15 mm.

HW, 1,215 gr., 13-14 mm.

SS, 1,02 gr., 15 mm.

 

 

M 14/932

 

Stempelkopplung

Beizeichen RV: “2 große Gräse” (wie M 4.1/930), AV: Stern in Zentrum (wie M 13/932)

ÖD, 1,10 gr., 14 mm., photo, zeichnung

 

 

M 15/932

 

Beizeichen RV: Stern zw. “Azza” und “Duriba” (wie M 13), AV: Stern in Zentrum (wie M 13)

RJE 1620, 1,161 gr., 13-15 mm.

Fonrobert 5010, 1,10 gr., 15 mm. (ohne Abb.)

 

 

MAYDIN, 932-935 AH

 

Diese Maydin sind nur aus dem Katalog Fonrobert bekannt. Es gibt keine Abbildungen.

 

- Jahr 934: Fonrobert Nr. 5011; 15 mm., 2,25 gr. (für 2 Münzen)

- Jahr 935: Fonrobert Nr. 5012; 16 mm., 1,10 gr. (vielleicht Jahr 930).

 

DasJahr 935 ist möglicherweise das Jahr 930.

 

 

MAYDIN, 93x AH

 

Beizeichen AV: Der “einfache Glücksknoten”

 

Sultan Sulaiman Sah bin Selim Sah

Azza nasruhu duriba Misr sanah 9xx

 

Die Aufschrift ohne “bi” wird bis 944 beibehalten.

 

 

M 16/93x

 

 

HW, 1,200 gr., 13.7-16.3 mm., photo, zeichnung

 

 

MAYDIN, 937 AH

 

Zwischen 937 AH und 941 wird als Beizeichen ein “Punkt im Kreis” auf Vor. -und Rückseite verwendet.

 

Die vorderseiten unterscheiden sich in der Stellung von “bin”.

 

 

M 17/937

 

 

Beizeichen AV: Punkt im Kreis, RV: Punkt im Kreis

“bin” steht rechts von “lam” von Selim.

RJE 922, 1,155 gr., 4-15 mm. photo, zeichnung

Fonrobert 5013, 0.75 gr., 14 mm.

 

 

MAYDIN, 938 AH

 

M 18/938

 

Beizeichen AV: Punkt im Kreis, RV: Punkt im Kreis

HW, 1,171 gr., 13,9-15,2 mm. photo

DN 22, 1,117 gr. (mL), 15-16 mm.

 

 

MAYDIN, 940 AH

 

M 19/940

 

Beizeichen AV: Kreis mit Punkt ? (Münze stark dezentriert), RV : Kreis mit Punkt (wie M 17 / 937)

RJE 1612, 1,217 gr., 13-15 mm.

 

 

MAYDIN, 941 AH

 

M 20/941

 

 

Beizeichen AV: Punkt im Kreis, RV: Punkt im Kreis

“lam” von Selim schneidet “nun” von bin.

RJE 906, 1,220 gr., 14-16 mm.

HW, 1,113 gr., 15.7-16.2 gr., photo, zeichnung

 

 

MAYDIN, 942 AH

 

M 21/942

 

 

Beizeichen AV: Kreis, RV: Kreis mit Punkt

“lam” von Selim schneidet “nun” von bin.

RJE 1494, 1,128 gr., 14-15 mm.

 

 

MAYDIN, 943 AH

 

Ihre Existenz ist wegen der ebenfalls geprägten Altin anzunehmen. Sie sind bis jetzt jedoch nicht nachgewiesen.

 

 

MAYDIN, 944 AH

 

M 22/944

 

 

Beizeichen AV: Kreis, Beizeichen RV: Kreis

Dieses Beizeichen wird auch auf einem Maydin-typ mit dem Gulus-Jahr 926 AH sowie einem Maydin Selim II 974 AH (1152 HE) beibehalten.

RJE 907, 0,898 gr., 15-16 mm.photo, zeichnung; mL

 

 

M 23/94x

 

Beizeichen AV: Kreis mit Punkt, RV: Kreis

Stempelkopplung “Kreis mit Punkt” und “Kreis”.

DN 24, 1,171 gr., 14-17 mm.

 

 

MAYDIN, 926 AH (Gulus-Jahr)

 

M 24/926

 

 

Beizeichen AV: Kreis (wie M 22 / 944), RV: Kreis

“nun” von “bin” steht frei.

Sig RJE, 1,204 gr., 15 mm., photo, zeichnung

HE 1030, 1,23 gr., 15 mm.

 

 

M 25/926

 

 

Beizeichen AV: Stern zw. “duri” und “ba”

Band-Typ

HE 1034, 1,35 gr., 17 mm. zeichnung

 

 

M 26/926

 

Beizeichen RV: Glücksknoten im “ba” von duriba

Fähnchentyp (siehe auch HE 1154 für Selim II)

HE 1033, 1,15 gr., 16 mm.zeichnung

 

 

In dem bereits oben erwähnten Fund waren 17 Maydin mit dem Fähnchentyp enthalten. Sie waren ausnahmslos von Selim II. Ebenso fanden sich in einer im Yemen zusammengetragenen Sammlung von 1281 osm. Münzen 12 Maydin desselben Types von Selim II.

 

Die Zuordnung zu Sulaiman kann daher angezweifelt werden.

 

 

DIRHAM

 

Ibn Iyas vermerkt unter Gumada II 928 (p. 433):

 

“Der Sultan bat den Prinz der Emire (Hayr Beg), den Janitscharen zu verbieten in die Stadt hineinzugehen, um den Bewohnern die Gelegenheit zu nehmen, sich über ihre Behandlung zu beklagen. Es war nicht nötig, ihnen einen höheren Sold von 2 Silberdirhams pro Tag zu geben, wie in Istanbul.”

 

Es kann angenommen werden, daß es sich bei dieser Angabe um einen Gewichtsdirham handelt, denn der Dirham als Münze war in Istanbul nicht gebräuchlich.

 

Im zuge des Persienfeldzugs wurden Groß-Silbermünzen in Amid, Bagdad, Hillah, Mossul und Tabris mit einem Gewicht von 4,5-5,0 gr. ausgeprägt. Die (bislang einzige) vorliegende Münze aus Misr hat ein Gewicht von 3,01 gr. und kommt damit dem Gewicht des klassischen Dirham von 2,9 gr. sehr nahe.

 

Aus der zeitgenössischen Literatur sind Dirham-Fulus bekannt. Silber-Dirham-Münzen von Misr sind um diese Zeit nicht belegt.

 

 

D 1/926

 

Sultan Sulaiman Sah bin Selim Sah azza nasruhu duriba fi misr sanah 926

Darb an-nadri sahib al-izzi wa n-nasri fil barri wal-bahri

 

HW, 3.0115 gr., 16.5 mm., 1,2-1,7 dick, photo, zeichnung

 

 

Für die vorliegende Ausführung haben viele Freunde und Sammler durch bereitwillige Unterstützung beigetragen.

 

Ich danke insbesondere Herrn Popp, der viele Maydin entdeckt hat, sowie den Sammlern, die mir ihre Münzbestände zur Verfügung gestellt haben.

 

Die verwendeten Abkürzungen der Sammlungen und der Literatur:

 

- HW: Sammlung Dr. Hans Wilski, Deutschland

- DN: Sammlung Dick Nauta, Holland

- BE: Sammlung Bora Etker, Türkei

- ÖD: Sammlung Ömer Diler, Türkei

- Tüb: Sammlung der Üniversität Tübingen

- SS: Sammlung Slobodan Sreckovic, Belgrad

- RJE: Sammlung Rolf u. Jutta Ehlert, Deutschland

- IAK: Ibrahim Artuk “Kanuni Sultan Sulaiman”

- HE: Halil Edhem “MKIK”

- NP: Nuri Pere

- ONS: Oriental Numismatic Society

- Bü: Bülten

- mL: mit Loch

 

 

 

 

 

 


  1. Ibn Iyas in der Übersetzung von Gaston Wiet; “Journal d’un Bourgeois du Caire” Chronique d’IBN IYAS. S.E.V.P.E.N. 1960, Bibliothèque Générale.

  2. HINZ, Walther, Islamische Währungen umgerechnet in Gold. O. Harrassowitz. Wiesbaden, 1991.

  3. Ibn Iyas, 452.

  4. Wir danken Dr. St. Heidemann Berlin/Jena, der uns auf diesen irreführenden fehler hingewiesen hat.

  5. SRECKOVIC, Slobodan, Osmanische Prägungen in Yogoslavien. Belgrad, 1987.

  6. SHAW, Stanford J., “The Financial and Administrative Organization of Ottoman Egypt 1517-1798. Princeton, New Jersey, 1962. p. 66.

  7. LACHMAN, Samuel, “The Medin. NI Buletin. vol. 13. nr. 2. Feb. 1989. pp. 54-57.

  8. POPPER, William, Egypt and Syria under the Cyrcassion Sultans 1382-1468 AD. University of California Publications. vol. 16. 1957. pp. 56-57.

  9. BERMAN, Ariel, “The Beginning of Ottoman Coinage in Egypt”. Spink Numismatic Circular. no. 4, 1975.

  10. Ibn Iyas; p. 426.

  11. Ibn Iyas; p. 444f.

  12. Die Fonrobert’sche Sammlung. Berlin, 1878.

  13. Nümismatik Yayınları No. 5. No. 5/930. İstanbul, 1973.

  14. AUK. XLIII. 1992; Kricheldorf. nr. 877.

  15. dito: nr. 887.

 

 

 

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